Grundlegende Techniken

Holz

Zu Anfang etwas über unseren Baustoff: Holz ist ein natürliches Material mit einer Faserrichtung. Es ist in Faserrichtung viel stabiler als quer dazu. Es reißt quer zur Faserrichung auch sehr viel einfacher als längs. Deshalb muß eine Holm-verkastung immer mit stehenden Fasern gemacht werden. Und wer das nicht glaubt, der soll doch einfach mal (wie ich) einen Test machen. Quer zur Faserrichung lässt es sich allerdings auch sehr viel einfacher biegen, deshalb eine Tragflächenbeplankung immer quer und nie längs oder diagonal. Falls eine komplizierte Tragfläche beplankt werden soll, lieber in mehreren Schritten vorgehen und dabei die Fasern nach der Vorder- und Hinterkante ausrichten. Holz quillt leider auch. Dabei wirft es Wellen, wenn es zu dünn ist. Ich habe das bei 3mm Balsaholz noch nicht gesehen, 1mm wellt aber immer.

Balsaholz ist das leichteste Holz das wir noch benutzen können. Es ist noch doppelt so schwer wie Depron, allerdings auch um vieles stabiler. Balsaholz gibt es von vielen Anbietern. Ich habe einen gelben Sack voll kleinerer Balsaholzbrettchen sehr billig bei meinem Modellbauladen erstehen können. Das Holz sollte man übrigens immer wiegen. Gleiche Bretter können leicht sehr unterschiedliche Gewichte haben. Ein Faktor von drei ist keine Seltenheit. Wobei allerdings auch gilt: Schwerer ist Stabiler. Also die schweren Bretter für Holme und die Unterseite, die leichten für das Heck.
Birkensperrholz ist das nächst schwerere Holz. Dieses Holz gibt es für fünf Euro in großen Platten beim Baumarkt. Allerdings nur bis 4mm. Dünneres Holz wird als "Modellbau-holz" bezeichnet und ist entsprechend teurer. Ich nehme kleine Stücke für Servobretter, Motor-befestigungen oder für die Lagerung von Tragflächenverbindern.
Kiefer und härtere Hölzer nehme ich im Normalfall nur zur Ausnahme. Ich habe z.B. noch einen kleinen Vorrat an gutem Flugzeugsperrholz. Für Tragflächenholme nehme ich meistens Kohle. Die ist leichter und auch billiger!

Kleben mit Holzleim

Holzleim ist inzwischen mein Lieblingskleber. Er hat ein paar Eigenheiten, die ich sehr praktisch finde. Nachteile: Lange Trockenzeit Keine optimale Festigkeit Schlecht schleifbar Kann schlecht mit Füllmaterial verdickt werden (Schleifstaub geht) Vorteile: Ungiftig Verdünnbar Keine Lösungsmittel, daher auch für Styropor geeignet Den Leim etwas verdünnen ist gut, weil er dann besser ins Holz einzieht, und das wollen wir.
Also, wie arbeite ich damit, beispielsweise beim Aufkleben einer Tragflächen Beplankung: Etwas Holzleim auf ein Stück Folie tun. Den Holzleim mit einem feuchten Borstenpinsel erst auf die Rippen auftragen. Alternativ kann man auch etwas verdünnten Holzleim in eine kleine Flasche mit dünnem Hals tun.
Danach die Beplankung auflegen und gleich wieder entfernen. Nun sieht man auf der Unterseite die Stellen wo nachher die Rippen zu liegen kommen. Man sieht auch, dass der Leim nicht gleichmäßig aufgetragen wurde. Deshalb an der Beplankung nachpinseln. Wieder mit Wasser, damit der Leim schön einzieht (aber nicht zuviel Wasser, wir wollen nicht das sich die dünne Beplankung wellt) Und am Ende kann ich die Beplankung wieder auflegen und beschweren.
Leider kann es hier immer noch passieren, dass ein paar Stellen nicht richtig kleben. Vieleicht war der Leim schon zu trocken, oder die Beplankung lag nicht richtig auf. Und nun kommt das Wunder des Holzleims: Einfach aufbügeln. Der Leim wird nämlich unter Hitze wieder weich und die Beplankung hält danach bombenfest. Das alles funktioniert aber nur dann so gut, wenn beide Seiten mit verdünntem Holzleim eingepinselt wurden. Wer sich das spart (und z.B. den Holzleim nur einseitig und dick aufträgt) der bekommt keine gute Verklebung. Glaubt mir, ich habe es ausprobiert.
Übrigens, immer den wasserfest trockenen Leim nehmen. Besonders bei Schiffen.

Stecknadeln

Stecknadeln sind eine super Erfindung. Ich benutze sie zu verschiedenen Zwecken:

  • Zum fixieren solange der Kleber trocknet. Hier am besten die Stecknadel schräg einstechen. So trifft man auch leichter eine darunterliegende Rippe
  • Zum fixieren von Beplankung Falls man zwei 1mm Bretter auf Stoss klebt kann man die Stossstelle sehr gut mit ein paar Nadeln gerade richten.
  • Zusammen mit Gummis Falls das Gummi mit dem ich etwas zusammenhalte andauernd abrutscht helfen ein paar Nadeln.
  • Als Verschluss für Kabinenhauben oder sonstiges. Viel leichter als Magneten und auch viel einfacher. Reindrücken und sitzt.
Stecknadeln kann man im 50er Pack in jedem gut sortierten Supermarkt kaufen.

Schäften

Mit dem Schäften kann man die Festigkeit von Klebestellen um einiges erhöhen und vermeided eine harte Stoßstelle und damit eine Bruchstelle. Wie funktioniert das nun? Anstatt einer stumpfen Verklebung wird das Material schräg abgeschnitten und dann verklebt. Das hat eine viel größere Klebefläche allerdings auch ein höheres Klebergewicht zur Folge.
Und am meisten Spass macht das Schäften von Balsabrettern. Damit lassen sich Bretter beliebiger Länge herstellen (in Querrichtung kann man wegen dem Faserverlauf leider nur schlecht schäften). Das geht so: Zwei Bretter etwas überlappend übereinanderlegen und mit Stecknadeln sichern. Dann mit einem scharfen Messer im Zickzack Dreiecke ausschneiden (aus beiden Brettern gleichzeitig). Danach Holzleim auf eine Seite auftragen, die Bretter zusammenschieben und mit einem nassen Pinsel nochmal über die Verklebung pinseln. Trocknen lassen.
Wem das zulange dauert der kann auch mit einem Bügeleisen nachhelfen. Das heiße Bügeleisen auf die Verklebung legen und die beiden Bretter nochmal zusammendrücken. Das gibt eine super Verbindung.
Zum Ende noch mal überschleifen...

Biegen

Holz kann man zu verblüffenden Formen biegen. Trocken bekommt man ein 3mm Balsaholz Brett um eine Colaflasche gewickelt. Allerdings nur quer zur Maserung. In Richtung der Maserung hat man schon Probleme mit der Rundung eines 10 Liter Eimers.
Dabei gibt es auch einige Unterschiede beim Holz. Ein leichtes Holz kann ich etwa 20% besser biegen. Das ist offtmals entscheidend.
Macht man das Holz feucht lässt es sich etwas besser biegen. Richtiges Einweichen hat bei mir nicht wirklich eine Verbesserung gegenüber "ins Wasser tunken" gebracht. Ein feuchtes Brett kann ich quer zur Faserrichtung um ein Glas wickeln.
Besonders einfach geht es, wenn man das Brett mit Gummis am Glas befestigt und es dann mehrere Male feucht macht. Auf diese Art schafft man dann auch schon mal einen 3cm Radius (bei einem 3mm Brett wohlgemerkt)
Noch einfacher geht es mit Dampf. Das ist im Haushalt allerdings nur mit größerem Aufwand zu bewerkstelligen. Kleine Latten lassen sich aber einfach in die Mikrowelle stecken. 30 Sekunden bei 600 Watt und dann biegen sie sich fast von selber. Zum Fixieren kann man die Rundung einfach in Lego nachbauen und die Latten bis zum trocknen dort hinein stecken.


Last updated August 22 2012